Schlussverkauf, Happy Jesus und Mozarts Bläser
(51) Schlussverkauf: Das Christentum ist ein kostenloses Geschenk für alle, um glücklich leben zu können. Die meisten wissen es nur nicht. Und die, die es schon wissen, glauben’s noch nicht. Und die, die es glauben, sagen es nicht. Leben wir es ihnen vor!
(52) Das Christentum kostet nichts. Selbst der „Zehnte“ in der Kollekte kommt mannigfach zurück. Aber viele denken: „Was nix kostet, is’ nix“ – und so geben sie viel Geld für Wahrsager, Horoskope, Düfte und bunte Steine aus.
(53) Ich schneide das Brot normalerweise nicht mit der Rasierklinge, aber ich kann Respektlosigkeit vor dem heiligen Gott und seinem Wort nur sehr scharf beurteilen. Das hat sich in der Auseinandersetzung um die sog. volxbibel gezeigt. Und wie das so ist, wenn man Schärfe mit in die Argumentation bringt, fällt das Meinungsbild nach dem „Schnitt“ in zwei Teile. Und siehe da, Brot bleibt Brot.
(54) Wer die Absicht hat, eine neue Bibelübersetzung zu sponsern und auf den Markt zu werfen, jedoch dabei die Rechnung nur mit seinem Buchhalter, aber nicht mit dem Heiligen Geist macht, muss damit rechnen, dass er über kurz oder lang baden geht. Egal, wie viel Geld er auf dem Konto hat.
(55) Die aus den USA importierten Massen-Veranstaltungen gleichen manchmal einem einzigen Gefühls- und Heul-Event, deren Anführer mit weicher Stimme locken und während der Predigt ihre neuesten Publikationen fünf Mal erwähnen. Jesus hätte sie wütend aus dem Tempel gejagt.
(56) Hören Sie mir auf mit „Happy Jesus“! Jesus Christus hat die Menschen geliebt, geliebt und geliebt. Aber er hat sie nicht überschüttet damit, sondern die Liebe wohl dosiert, in dem er bei bestimmten Gruppen klare, radikale Worte und Taten gebrauchte, um deutlich zu machen, wie falsch sie liegen.
(57) Glaubensbrüder – und mittlerweile -schwestern, die im Kampf um Gerechtigkeit so hart werden, das sie nicht mehr zusammen beten können, kämpfen nicht mehr den guten Kampf des Glaubens, sondern führen einen Hahnentanz vor.
(58) Aus einem jungen, experimentierenden Streben wird ein Beruf, aus dem Beruf erwächst die Routine. Aus der Routine die Gesetzmäßigkeit, aus dieser die Betriebsblindheit und aus dieser die Überheblichkeit, aus dieser das Unverständnis, aus diesem das bittere Herz und aus diesem die Einsamkeit. Oder umgekehrt.
(59) Mozart hat gelegentlich den Gebrauch von Blasinstrumenten übertrieben; die christlichen Nachrichtendienste praktizieren zuweilen den gleichen Usus.
(60) Bei den neuerlichen Bibelübersetzungen kann man durchaus von einem vorübergehenden „Missing-Link“ zwischen angeborener Gottesfurcht und respektvoller Anbetungshaltung sprechen. Sonst würden solche groben Fehler nicht passieren.


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